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Christoph Bieri tritt offiziell zurück

Es hat sich in den vergangenen Tagen angekündigt. Nachdem Christoph Bieri am Aargauer Kantonalschwingfest seinen 100. Kranz erkämpft hatte, war sein letztes sportliches Ziel erreicht. Nun ist beim Aargauer die Gewissheit gereift, dass die Laufbahn mit diesem Anlass zu Ende gegangen ist.
Christoph Bieri (oben, gegen Christian Brand) war über Jahre eine grosse Stütze in der Nordwestschweiz. (Archivfoto: Rolf Eicher)

Nach 100 Kränzen ist es vorbei. Christoph Bieri hat seinen Rücktritt vom aktiven Schwingsport gegeben. Mit einem Brief wendete er sich an seine langjährigen Begleiter.

Rücktrittsschreiben Christoph Bieri

Liebe Schwingerfreunde

Im Alter von zehn Jahren durfte ich den wunderbaren Schwingsport kennenlernen. Was spielerisch begann, entwickelte sich zu meiner absoluten Leidenschaft. Die schöne Zeit als Nachwuchsschwinger schloss ich als Siebzehnjähriger mit dem ersten Kranzgewinn am SO Kantonalen 2003 ab. 

In den darauffolgenden Jahren etablierte ich mich als konstanter Kranzschwinger. 2007 in Aarau resultierte daraus der 1. Eidgenössische Kranz. Dieser Erfolg motivierte zusätzlich. Das Training wurde intensiviert und ich verbesserte mich weiter. An Ehrgeiz und Biss fehlte es nicht. Der gesteigerte Aufwand wurde mit meiner erfolgreichsten Zeit von 2010 bis 2015 belohnt. Ab 2016 plagten mich Rückenbeschwerden, meine Leistungsfähigkeit sank. 2018 und 2019 folgten zwei verkorkste Saisons und dann Corona. Mit dem 100. Kranz am diesjährigen AG Kantonalen vom 6. Juni 2021 realisierte ich mein letztes sportliches Ziel. 

In den knapp 20 Jahren als Aktivschwinger erlebte ich unzählige wundervolle Momente. Ich bin stolz auf meine Erfolge. Erkämpfte ich doch elf Saisons in Folge einen Kranzfestsieg oder mehr, insgesamt 22. Dazu alle Teilverbands- und Bergfestkränze mindestens einmal. Das Wertvollste jedoch, was mir das Schwingen einbrachte, sind die grossartigen Freundschaften, welche weit über das Sägemehl hinausreichen und ewig bleiben werden. 

Der Schwingsport hat mich geprägt. Ich feierte schöne Siege, lernte aber auch mit Niederlagen und Emotionen umzugehen, formte meinen Charakter. Ich bezog Stellung, als andere die Faust im Sack machten. Ohne Reaktionen zu scheuchen, stets im Sinne der Fairness. 

Ich bedanke mich aufrichtig bei allen, die mich auf meinem Weg als Schwinger unterstützt haben. In erster Linie bei meiner Familie und Partnerin. Aber auch bei den Funktionären, die unseren fantastischen Sport ermöglichen. Ein herzlicher Dank geht zudem an meine langjährigen Partner, dank euch durfte ich den schönen Schwingsport so intensiv betreiben. Abschliessend wünsche ich meinen Schwingerkameraden unfallfreie Zweikämpfe sowie der ganzen Schwingerfamilie spannende und freudige Schwingfeste.

Im Artikel erwähnt: 

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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