Martin Grab für zwei Jahre gesperrt

Die Disziplinarkammer von Swiss Olympic sperrt den Schwinger Martin Grab wegen Vorhandensein der verbotenen Substanz Tamoxifen für zwei Jahre und verurteilt ihn zu einer Geldzahlung.
Martin Grab wurde zwei Jahre gesperrt. (Fotoarchiv SCHLUSSGSANG)

Der 40-jährige Schwyzer Martin Grab ist von der Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic (DK) wegen Vorhandensein der verbotenen Substanz Tamoxifen in der Dopingprobe des Athleten für zwei Jahre gesperrt worden. Die Sperre gilt seit dem 5. April 2019 und ist für sämtliche Sportarten und jegliche Funktionen im Sport wirksam. 

Im April 2018 wurde beim Schwinger Martin Grab eine Dopingkontrolle ausserhalb des Wettkampfs durchgeführt. Die Analyse der Urinprobe ergab die Präsenz von Tamoxifen. Anfangs August 2018 bestätigte die Analyse der B-Probe, in Anwesenheit des Athleten, die Präsenz von Tamoxifen. 

Der Sachverhalt wurde unter Berücksichtigung aller fristgerecht vorgebrachten Argumente der betroffenen Parteien sorgfältig geklärt. Daraufhin hat Antidoping Schweiz Mitte Dezember bei der DK den Antrag zur Eröffnung eines Disziplinarverfahrens gestellt. Nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung hat die DK das Disziplinarverfahren abgeschlossen und den Athleten zu einer Sperre von zwei Jahren verurteilt. Zusätzlich muss der Verurteilte Kontroll-, Analyse- und Verfahrenskosten sowie eine Parteientschädigung an Antidoping Schweiz im Gesamtbetrag von 6'304.15 Franken übernehmen. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. 

Tamoxifen ist eine verbotene Substanz in der Gruppe der Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren auf der Dopingliste. Der Wirkstoff wird zur Vorbeugung und Behandlung von Brustkrebs eingesetzt. Eine missbräuchliche Verwendung von Tamoxifen soll unter anderem Nebenwirkungen von Anabolika-Kuren reduzieren. 

Seit dem 01.01.2017 ist der Eidg. Schwingerverband Swiss Olympic angeschlossen. Somit ist die Zuständigkeit für die Dopingkontrollen an Antidoping Schweiz übergegangen. Seit diesem Zeitpunkt ist die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic für die Sanktionen bei allfälligen Dopingverstössen zuständig. In den Jahren 2017 und 2018 hat Antidoping Schweiz jeweils 74 Dopingkontrollen im Schwingsport durchgeführt.

Stellungnahme vom Eidgenössischen Schwingerverband ESV
Der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) hat vom Strafmass der Disziplinarkammer von Swiss Olympic in der Angelegenheit des Dopingbefundes des im Mai 2018 zurückgetretenen Schwingers Martin Grab (Rothenthurm) Kenntnis genommen. Als Verband, der in seiner Ethik-Charta unter Punkt 7 die «Absage von Doping und Drogen» niedergeschrieben hat, ist das Motto «wir wollen fairen und sauberen Sport» oberstes Gebot. Die Massnahmen des kommunizierten Strafmasses werden somit in vollem Umfang umgesetzt.

Der Zentralvorstand ESV geht zur Umsetzung der weiterführenden Massnahmen aus dem Strafmass im Fall von Martin Grab gemäss der Weisung «Streichung von Resultaten infolge Dopingvergehens» wie folgt vor:

Zuger Kantonales Schwingfest vom 22.04.2018 in Menzingen

  • Es wird kein neuer Festsieger ernannt.
  • Die Kranzquote wird nicht neu berechnet und angepasst.
  • Der Schwinger Martin Grab wird nicht von der Rangliste gestrichen. Die Rangierung bleibt bestehen.
  • Hinter dem Namen von Martin Grab wird der Zusatz «Resultat wegen Dopingvergehens aberkannt» vermerkt.
  • Der Kranz muss an die Geschäftsstelle ESV zurückgegeben werden.

Schwyzer Kantonales Schwingfest vom 06.05.2018 in Sattel

  • Die Kranzquote wird nicht neu berechnet und angepasst.
  • Der Schwinger Martin Grab wird nicht von der Rangliste gestrichen. Die Rangierung bleibt bestehen.
  • Hinter dem Namen von Martin Grab wird der Zusatz «Resultat wegen Dopingvergehens aberkannt» vermerkt.
  • Der Kranz muss an die Geschäftsstelle des ESV zurückgegeben werden.

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