Rücktritt von Eidgenosse Edi Philipp

Der vierfache Eidgenosse Edi Philipp tritt per sofort vom aktiven Schwingsport zurück. Mit dem Untervazer verliert sowohl der Bündner als auch der Nordostschweizer Schwingerverband einen Sympathieträger und gleichzeitig ein Aushängeschild.
Edi Philipp (hinten) im Duell mit Thomas Sempach. Damit ist jetzt Schluss nach total 81 Kranzgewinnen.

Nach 25 Jahren aktivem Schwingsport beendet Edi Philipp seine Laufbahn. "Ich konnte letzte Saison mit dem Gewinn meines vierten eidgenössischen Kranzes eine tolle Laufbahn abschliessen und dies ohne je gravierend verletzt gewesen zu sein." Der mittlerweile 36-jährige nennt folgende Beweggründe für seinen Abschied: "Ich bin nicht mehr bereit und motiviert, weiterhin den enormen Aufwand für das Schwingen als Spitzensport zu betreiben. Als Vater von Roy (4 Jahre) und Selina (2 Jahre) haben sich meine persönlichen Prioritäten verschoben."

Ein Schwinger von Kindesbeinen an
Das Schwinger-Gen schien Edi Philipp schon in die Wiege gelegt worden zu sein. Sein Vater Luzi war selbst ein erfolgreicher Kranzschwinger und seine Mutter Monika eine begeisterte Jodlerin. Seine ersten sportlichen Gehversuche erlebte er im örtlichen Turnverein, welchem er bist heute treu geblieben ist. Gemeinsam mit seinem Bruder Ruedi schloss sich Edi Philipp 1989 dem Schwingclub Unterlandquart an. Dort erhielt er von Martin Hug sen. und seinem sportlichen Vorbild Hans Lüthi den nötigen Feinschliff für seine spätere Karriere.

Beim St. Galler Kantonalen 1998 gelang es Edi Philipp sich erstmals das begehrte Eichenlaub aufsetzen zu lassen. Da er diesen noch im selben Jahr bestätigen konnte, durfte er bereits beim Eidgenössischen in Bern teilnehmen. Beim NOS Schwingertag im heimischen Untervaz folgte im Jahr 2000 mit dem ersten Teilverbandskranz ein weiteres Highlight.

Der Schritt zu den Bösen
Seine Karriere im Sägemehl nahm nun richtig Fahrt auf und in Nyon 2001 durfte Philipp gar als bester Neueidgenosse vor die Ehrendamen treten. Mit sechs Kranzgewinnen war es zudem seine bis dahin erfolgreichste Saison. Die angeschlagene Kadenz sollte der Untervazer bis an sein Karriereende beibehalten. Ihm gelang es in nicht weniger als 13 Saisons in Serie jeweils mindestens 4 Kränze pro Jahr zu erlangen. Besonders erfolgreich waren jeweils seine Teilnahmen auf der Schwägalp, wo Philipp je zweimal im Schlussgang stand und mit dem Schönschwingerpreis ausgezeichnet wurde. Mit 8 Schwägalp-Kränzen ist er einer der erfolgreichsten Schwinger am Fusse des Säntis überhaupt. In ganz besonderer Erinnerung wird Edi Philipp der Kilchberger Schwinget 2002 bleiben. Nicht wegen seines 10. Ranges, sondern weil er an diesem Anlass seine spätere Frau Eveline zum ersten Mal traf.

Bestätigung als Bündner Aushängeschild
Gemeinsam mit Stefan Fausch führte Philipp seinen Schwingclub Unterlandquart und den Bündner Schwingerverband durch das erfolgreichste Jahrzehnt. Während Fausch für die ganz grossen Erfolge zuständig war, übernahm Philipp auch ausserhalb der Wettkampfarena wichtige Verantwortung. Er trat als Technischer Leiter in die grossen Fusstapfen seines Vorbildes Hans Lüthi und war damit ab 2004 auch sein eigener Trainer. Den verpasste eidgenössischen Kranz in Luzern 2004 bezeichnet Philipp als "grösste Enttäuschung meiner Karriere". Ein Jahr später folgte dann einer der schönsten Erfolge von Philipp. Beim Bündner Kantonalen im heimischen Untervaz konnte er sich seinen ersten Kranzfestsieg sichern. Auch wenn Philipp in rund einem dutzend Schlussgängen stand, es sollte sein einziger Festsieg mit Kranzehren bleiben. Insgesamt 10 Mal konnte er sich daneben bei Regionalfesten, wie dem Sertig-Schwinget, als Sieger feiern lassen.

Bei den Eidgenössischen in Aarau 2007, Frauenfeld 2010 und Burgdorf 2013 konnte Philipp die Scharte aus Luzern gleich dreimal wieder gut machen. Der 8. Gang  mit Christian Stucki in der Emmental-Arena wird nun also der letzte Ernstkampf von Philipp bleiben. Im Rahmen des Bündner Frühlingsschwingfest vom 13. April 2014 in Landquart wir sich Edi Philipp anlässlich einer Feier von seinen vielen Schwingerfreunde aus dem Wettkampfsport in den Ruhestand verabschieden.

Eckpunkte Laufbahn Edi Philipp
=> 81 Kränze
- davon 4 ESAF-, 13 Berg-, 17 Teilverband- und 47 Kantonalkränze
=> Besitzer von sämtlichen Teilverbandskränzen und allen Bergkränzen (ausser Stoos-Kranz)
=> 6 Teilnahmen am ESAF (1998 bis 2013)
=> je zwei Teilnahmen Kilchberger Schwinget und Unspunnen-Schwinget

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