Wette rief Schwinger-Fussballturnier ins Leben

Aus dem aktuellen SCHLUSSGANG (Rubrik Hintergrund): Am Samstag, 10. Oktober, stehen die Schwinger endlich wieder verbandsübergreifend im Einsatz. Nicht im Sägemehl, sondern bei der 29. Austragung des Schwinger-Fussballturniers. Dies entstand 1992 aus einer Wette heraus als Benefiz-Anlass.
Kampf ums runde Leder zwischen dem Innerschweizer Christian Gwerder (grünes Tenü) und dem Nordostschweizer Tobias Riget (rotes Tenü). (Foto: zvg)

Das obligate alljährliche Turnier, wo sich Schwinger aus allen fünf Teilverbänden der Schweiz am runden Leder duellieren, hat bereits eine 29-jährige Geschichte hinter sich. Entstanden ist es aus einer Wette heraus. Heinz Huber hatte Ernst Schläpfer als Kursleiter Schwingen für den ersten Jugend- und SportLeiterkurs Fachrichtung Schwingen engagiert. Zu feuchtfröhlicher Stunde im Gasthaus Rose in Kerns erzählte Ernst Schläpfer Heinz Huber, dass die Ostschweizer ab und zu gegen die Berner Schwinger Fussball spielen. Huber entgegnete Schläpfer, dass die Ostschweizer gegen die Innerschweizer im Fussball keinen Stich hätten und gleich wurde um ein Nachtessen gewettet.

Premiere in Alpnach
Huber, der die Ostschweizer zu einem Duell am runden Leder anstachelte, musste aber vorerst eine Innerschweizer Mannschaft auf die Beine stellen, was ihm auch gelang. Mit Leo Betschart, Werner Vitali, Harry Knüsel oder Armin Bucheli waren gleich einige namhafte Sägemehlgrössen, welche für ein Fussballspiel spontan zusagten, dabei. Heinz Huber organisierte 1992 zusammen mit den Schwingersektionen Giswil und Alpnach gleich das 1. Eidgenössische Schwinger Fussballturnier in Alpnach.

Damals noch nicht dabei waren die Südwestschweizer. Das Turnier wurde in einem etwas grösseren Rahmen unter dem Motto «Schwinger tschutten für behinderte Kinder» aufgezogen. Dem ersten Turnier war ein toller Erfolg beschieden, konnte doch damals dank grosszügigen Sponsoren eine stolze Summe an die Stiftung «Rütimattli» in Sachseln überwiesen werden.

Wetter spielte nicht mit
Leider musste die erste Austragung infolge schlechten Wetters in der Sporthalle gespielt werden. Und gleich im ersten Spiel war die Überraschung perfekt. Die erstmals zusammen spielenden Innerschweizer besiegten die eingespielten Nordostschweizer, bei denen sich unter anderem Ernst Schläpfer, die Gebrüder Armin und Markus Thomi sowie Kurt Schneiter das Trikot überstreiften, mit 3:0.

Im Anschluss an dieses erste Spielturnier wurde man sich schnell einig, dass man dieses Turnier alljährlich wiederholen sollte. So übernahm der Nordwestschweizerische Schwingerverband die Durchführung fürs darauffolgende Jahr. Hier wurde in Grenchen gespielt. Mit der zweiten Austragung waren auch die Südwestschweizer als fünftes Team mit von der Partie. 1994 organisierten die Berner ihr erstes Turnier in Kirchberg und 1995 der NOSV in Malans, bevor dann 1996 der Südwestschweizer Verband das Turnier in Murten durchführte. So ergab sich der Turnus, der heute noch besteht. Das Datum ist immer der zweite Samstag im Oktober. Im Jahre 1997 kam der Reinerlös dem querschnittgelähmten Zuger Toni Schillig zugute.

Berner am erfolgreichsten
Heinz Huber, der zu den Gründern des Turniers am runden Leder gehörte, organisierte den Anlass noch zwei weitere Male, nämlich 1997 und 2004. Bis 2007 war Huber Koordinationsstelle für die Teamverantwortlichen. Anschliessend übernahm Manfred Schneider, der im Team Bern mitspielte, das Zepter. Schneider und Jakob Heer haben sich in den letzten Jahren die Aufgaben aufgeteilt.

Für die Wahl des Austragungsortes ist jeweils der Teilverbandsverantwortliche zuständig. Eine spezielle Ehre erhalten jeweils der beste Torhüter und der beste Torschütze – sie werden nach dem Turnier speziell ausgezeichnet. Das siegreiche Team darf für ein Jahr den Wanderpokal sein Eigen nennen. Mit zwölf Siegen sind die Berner das erfolgreichste Team im Fussballdress. Sie siegten auch bei der letzten Austragung 2019 in heimischen Gefilden in Interlaken. In diesem Jahr führt das Turnier ans rechte Zürichseeufer, erstmals ist Stäfa Austragungsort. 

Jakob Heer

Redaktion

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