Willisau demütigt den Meister

Zum Auftakt der Qualifikation-Rückrunde haben die Willisauer Lions ihre Titelambitionen eindrücklich unterstrichen. Zu Hause erteilten sie Meister Kriessern eine 31:10-Lektion. Zu erwarten war Einsiedelns 22:13 Heimsieg gegen Schattdorf. Mit 11:26 blieb Hergiswil zu Hause unerwartet chancenlos gegen Freiamt.
Der Freiämter Ringerschwinger Roman Zurfluh (links) führte gegen Hergiswils Doppellizenzringer Christian Zemp 7:0, verlor aber das Greco-Duell bis 97 kg in der zweiten Runde noch knapp. (Bild: wr)

Wie vor Wochenfrist Freiamt bekam auch Kriessern die Stärke von Willisau in den mittleren Gewichtsklassen nach der Pause jäh zu spüren. Die Lions führten zur Halbzeit "nur" 12:8, trumpften aber nachher gross auf und gewannen die fünf weiteren Mattenduelle klar, so dass die St. Galler Rheintaler mit einer 10:31-Kanterniederlage nach Hause reisten. WM-Bronzegewinner Stefan Reichmuth bettete bis 86 kg Freistil Tobias Betschart beim Stand von 8:0 auf den Rücken.

Einsiedeln meldete mit einem problemlosen 22:13-Heimsieg über Abstiegskandidat Schattdorf seine Halbfinalambitionen klar an. Bei den Urnern kehrte zwar der Trainer mit Schwingererfahrung, Michael Jauch, auf die Matte zurück und kämpfte Sven Neyer bis 97 kg 5:4 nieder. Doch ansonsten gewannen die Klosterdörfler unter der Regie von Urs Bürgler sechs Kämpfe. Weil dazu alle vier Verlierer auch einen Mannschaftspunkt eroberte, resultierte ein souveräner Erfolg.

Freiamt erwartete eine bis auf die Fingerspitzen motivierte Hergiswiler Heimmannschaft und reaktivierte ihren ukrainischen Greco-Trainer Andrey Malzew. Doch die Ringer vom Fusse des Napfs traten ohne Alexander Golin und den verletzten Manuel Jakob mit einer jungen Mannschaft an, die weit von einem Heimerfolg entfernt war, weil vielen die Erfahrung abging. Hergiswils Ringerschwinger Thomas Suppiger legte zwar Ainoddin Ahmadi schon nach 27 Sekunden auf die Schultern. Ansonsten gelangen den Napf-Ringern nur noch zwei knappe Punktesiege. So kämpfte beispielsweise Christian Zemp den Oberfreiämter Schwinger Roman Zurfluh nieder. Er glich einen 0:7-Rückstand aus und siegte dank einer Verwarnung Zurfluhs. Freiamts Ersatzcoach Pascal Strebel zeigte sich insgesamt zufrieden über den problemlosen Abend, bei dem nicht alle Freiämter das Optimum herausholten. Das Resultat von 26:11 für die Aargauer widerspiegelt das Kräfteverhältnis im richtigen Ausmass. Hergiswil kann sich ab sofort wieder auf den Kampf um Rang 5 konzentrieren.

Nationalliga A, 6. Runde
Hergiswil - Freiamt 11:26 (7:12)
Einsiedeln - Schattdorf 22:12 (11:6
Willisau Lions - Kriessern 31:10 (12:8)

Rangliste (je 6 Kämpfe)
1. Willisau 11 (156:71)
2. Kriessern 8 (124:105
3. Einsiedeln 6 (110:104
4. Freiamt 6 (116:98)
5. Hergiswil 4 (79:135)
6. Schattdorf 1 (74:146)

7. Runde (Samstag, 19. Oktober, je 20 Uhr)
Schattdorf - Freiamt
Hergiswil - Willisau
Kriessern - Einsiedeln

 

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Wolfgang Rytz

Redaktion

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