Schwinger der Woche: Interview Heinzer

Weiterer Aderlass im Innerschweizer Schwingerverband. Nach diversen Rücktritten auf dem Allweg und in Siebnen trat in Unteriberg auch der Muotathaler Stefan Heinzer vom Aktivsport zurück. Im Interview blickt der Landwirt auf seine Laufbahn zurück.
Guido Schürpf (hinten) unterlag in Unteriberg auf einen Hüfter von Stefan Heinzer. (Bild: Jakob Heer)

Stefan Heinzer, was war ausschlaggebend für ihren Rücktritt?
Stefan Heinzer: Der Hauptgrund sind zeitliche Gründe. Ich habe in diesem Jahr den elterlichen Betrieb oberhalb vom Muotathal übernommen.

Also ein seit längerem geplanter Abschied?
Heinzer: Ja. Die Übernahme des Landwirtschaftsbetriebes, dazu arbeite ich noch als Schreiner-Monteur und die Familie: Ich musste irgendwann Prioritäten setzen, darum zog ich einen Schlussstrich im Sägemehl.

Wie bilanzieren sie ihre letzte Saison im Sägemehl?
Heinzer: Mir gelang zwar nur ein Kranz (Schwyzer Kantonales in Bennau), dennoch bin ich nicht unzufrieden, Ich konnte das klubeigene Muotathaler Rangschwinget gewinnen, ebenfalls gelang mir am Eidgenössischen eine gute Leistung.

Sie sprechen das Eidgenössische 2019 in Zug an, wo sie alle acht Gänge absolvierten.
Heinzer: Ein grossartiges Fest, das für mich sportlich gut ausgegangen ist. Mir glückte ein optimaler Start mit zwei Siegen. Leider erwischte ich im vierten Gang einen Zwick im Knie, dass ich am Sonntag bemerkbar machte. Ich konnte wie schon 2016 alle acht Gänge bestreiten und den letzten Gang (gegen Eidgenosse Philipp Roth) siegreich gestalten.

Was war ihr Ziel beim letzten Wettkampf in Unteriberg?
Heinzer: Da ich wusste, dass mit meinem Knie seit dem Eidgenössischen etwas nicht in Ordnung ist und es auch bei meinem Abschiedsfest wieder spürte, wollte ich einfach nach Möglichkeit alle sechs Gänge schwingen. Bei meinem letzten Wettkampf wollte ich Freude haben und es geniessen. Dies ist mir auch in sportlicher Hinsicht gelungen, dazu mit einer würdigen Verabschiedung durch meine Klubkameraden.

Sie waren während ihrer Aktivzeit oft auf der Alp. Eine in der heutigen Zeit nicht mehr übliche Ausgangslage für einen Schwinger, der Sonntag für Sonntag Ernstkämpfe zu bestreiten hat.
Heinzer: Richtig. Ich war insgesamt während sieben Saisons auf der Alp entweder im Kanton Graubünden oder in Schwyz. Während dieser Zeit konnte ich kaum Schwingtrainings besuchen und auch diverse Feste musste ich auslassen. Es gab es zwischendurch einmal, zum Beispiel vor einem grösseren Anlass, dass ich für ein Training ins Tal fuhr, doch sonst bestritt ich das Schwingen nebenbei zum Aeplerleben. Für mich hat das so gepasst.   

Welches waren ihre sportlich grössten Erfolge, die ihnen in Erinnerung bleiben?
Heinzer: Sicher die drei Teilnahmen an den Eidgenössischen Schwingfesten. Dazu der Kranzgewinn am Innerschweizerischen 2017 in Alpnach, der Kranzgewinn als Gast am Emmentalischen 2016 in Sumiswald sowie der Sieg in diesem Jahr am Muotathaler Rangschwinget.

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Jakob Heer

Redaktion

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