Schwinger der Woche: Interview Suppiger

Thomas Suppiger ist eine Teamstütze der Ringerriege Hergiswil. Der ehemalige Internationale ist zwölffacher Schweizer Meister und gewann mit seinem Verein ausserdem zwei Mannschaftsmeistertitel. Jetzt steht er vor dem Abschluss seiner langen erfolgreichen Sportlaufbahn, wie er im Interview erklärt.
Kranzschwinger Thomas Suppiger (unten, hier auf der Ringermatte gegen den Freiämter Marc Weber) blickt auf eine erfolgreiche Ringerkarriere zurück. (Foto: wr)
Wo liegt Ihr sportliches Schwergewicht?
Thomas Suppiger: Ich war in den letzten 21 Jahren eindeutig mehr Ringer. Das war immer meine Hauptsportart. Schwingen habe ich erst 2013 wieder aufgenommen, als ich meine internationalen Einsätze auf der Ringermatte beendete. 1997/98 begann ich als Jungschwinger. Weil ich aber zu leicht war, setzte ich dann aufs Ringen.
 
Wie gross ist Ihr Aufwand fürs Schwingen?
Suppiger: Priorität hatte immer das Ringen. Aber in den letzten Jahren trainierte ich pro Woche mindestens einmal im Schwingkeller. Den Kranz gewann ich 2017 am Luzerner Kantonalen in Malters.
 
Wie sind Sie mit der bisherigen Mannschaftsmeisterschaft im Ringen zufrieden? 
Suppiger: Da bin ich sehr zufrieden. Mit den Siegen gegen Schattdorf und Einsiedeln konnten wir uns im Kampf gegen den sechsten Platz Luft verschaffen. Selber gewann ich bisher alle vier Kämpfe. Weil ich durch den Ausfall meiner Brüder Martin und Werner vor allem in den beiden obersten Gewichtsklassen Ringen muss, ist dies nicht selbstverständlich. Aber ich bin auch etwas schwerer geworden.
 
Was ist Ihre bevorzugte Stilart?
Suppiger: International kämpfte ich im griechisch-römischen Stil. In der Mannschaftsmeisterschaft komme ich aber viel im freien Stil zum Einsatz. Da bin ich flexibel, weil mir beiden Stilarten gut liegen.
 
Was sind Ihre Ziele in dieser Saison?
Suppiger: Wir wollen mindestens Rang 5 erreichen. Aber nach der guten Vorrunde reizt jetzt natürlich der Einzug in den Halbfinal. Ob ich alle meine Einzelkämpfe gewinnen kann, warte ich mal ab. Das ist in den obersten Gewichtsklassen nicht einfach. Ich bin ja auch schon 32 Jahre alt. Das spüre ich, weil ich schon zahlreiche Verletzungen hatte.
 
Wie geht es für Sie im Schwingen weiter? Streben Sie noch den zweiten Kranz an?
Suppiger: Nein. Da ist Schluss für mich. Vielleicht bestreite ich zum Abschied noch mein Heimfest, den Menzberg-Schwinget. Ich habe 2014 den elterlichen Hof übernommen, und mein Vater ist jetzt 65 geworden. Da sollte ich mich möglichst nicht mehr verletzen. Ausserdem habe ich inzwischen eine Familie mit vier Kindern. Da haben sich die Schwerpunkte verschoben.
 
Welche Ziele verfolgen Sie als Ringer noch?
Suppiger: Auch da ist Ende Saison Schluss. Ich habe 20 Jahre auf hohem Niveau gerungen. Das spüre ich. Deshalb ist jetzt genug. Der Menzberg-Schwinget am 19. Juli 2020 wird somit mein sportlicher Abschluss sein.
 
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Wolfgang Rytz

Redaktion

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