Schwinger der Woche: Matthias Sempach

Das Eidgenössische Schwingfest in Burgdorf ist noch in aller Munde. Matthias Sempach hat in überlegener Manier, für einen Heimsieg gesorgt. Im Interview erklärt der Oberaargauer, welches für ihn die entscheidenden Gänge, auf dem Weg zum erstmaligen Königstitel waren.
Matthias Sempach (oben) bezwang in der Emmental-Arena alle acht Gegner. Im fünften Gang konnte auch der St. Galler Jakob Roth nichts ausrichten.

Matthias Sempach, Sie traten mit dem Ziel an, Schwingerkönig zu werden, nun sind Sie es geworden?
Matthias Sempach: Ein Bubentraum ist für mich wahr geworden. Mir lief es von Beginn an opitmal in der Emmental-Arena.

Trotzdem, es muss ein Riesendruck auf Ihnen gelastet haben?
Sempach: Der Druck war in der Tat enorm, ich konnte jedoch auf ein hervorragendes Umfeld zählen. 

Wie beurteilen Sie Ihre Gegner?
Sempach: Im Anschwingen rechnete ich nicht unbedingt mit Bruno Gisler, wir duellierten uns ja erst vor vier Wochen am Nordwestschweizerischen. Wir schwingen beide offensiv, so fällt meinstens eine Entscheidung, diesmal zu meinen Gunsten. Der Sieg war wichtig.

Im vierten Gang mussten Sie für kurze Zeit an den Brunnen?
Sempach: Ich schluckte Sägemehl, deshalb musste der Gang unterbrochen werden. Der vierte Sieg am Samstag-Nachmittag, gegen Reto Nötzli, gegen den ich zuvor noch nie geschwungen habe, war wegweisend für den weiteren Festverlauf. Auch Jakob Roth im fünften Gang war ein sehr zäher Gegner.

Ab den sechsten Gang kam es zu Berner Direktpaarungen?
Sempach: Die vielen Berner an der Spitze liessen nichts mehr anderes zu. Ich hätte mich im siebten Gang lieber gegen einen Schwinger von einem anderen Teilverband gemessen.

Wie gingen Sie den Schlusgang an?
Sempach: Meine Taktik war es abzuwarten, schliesslich würde mir ein Gestellter genügen. Als ich eine Chance sah, griff ich an.

Ein Wort zu Ihrem Gegner Christian Stucki, der Sie nach der Niederlage umarmte?
Sempach: Eine solche Geste habe ich selten erlebt, Christian Stucki ist ein sehr fairer Verlierer. Wir standen bereits 2008 am Kilchberg-Schwinget im Schlussgang gegenüber und respektierten uns auch damals, als er obenausschwang.

Wie geht es nun weiter, wann sieht man den neuen Schwingerkönig wieder im Sägemehl?
Sempach: Vorerst lege ich eine schwingerische Pause ein. Im Oktober gehts mit meiner Freundin, in die Ferien nach Argentinien.

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