Daniel Bösch (Teil 1): Porträt aus SCHWINGEN. DAS MAGAZIN.

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von Mitte Oktober bis Mitte März jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Derzeit an der Reihe ist Daniel Bösch. Heute: Teil 1.

Im vergangenen April war bei der Erstausgabe vom SCHWINGEN. DAS MAGAZIN auch Daniel Bösch ein grosser Bericht gewidmet. Heute Teil 1 vom Bericht! Mehr zu SCHWINGEN. DAS MAGAZIN. mit Bestellmöglichkeit unter Abonnieren.

Daniel Bösch - der Realist
Kein Star! Null Ausstrahlung! Kein Fall für die Sponsoren! Nach seinem überraschenden Sieg beim Unspunnen-Schwinget wurde Daniel Bösch in verschiedenen Medien bereits unter Eintagsfliege abgebucht. Grund genug, den Unspunnen-Sieger persönlich zu treffen.

Vom Unspunnen-Sieg nach Neuseeland
Betritt der 1,92-Meter-Hüne einen Raum, zieht er automatisch die Blicke auf sich. Das ist an diesem Abend in einem Ostschweizer Landgasthof nicht anders: Der Unspunnen-Sieger wird bei seinem Beizenbesuch von der Gastig neugierig beobachtet. Von wo, schwebt die Frage ungestellt aber dennoch deutlich wahrnehmbar durch die Luft, von wo kenne ich den jetzt schon wieder? Aus dem Fernsehen? Vom letzten Dorffest? Oder ächt doch öppe von der Titelseite der Schweizer Illustrierten?

Schnell kommt Dani, wie er von seinen Kollegen genannt wird, auf die Zeit nach seinem Triumph in Interlaken zu sprechen. “Die ersten Stunden nach dem gewonnenen Schlussgang sind unglaublich schnell vergangen. Ich bin von Termin zu Termin geeilt, doch im Wissen um meine bevorstehenden Ferien liessen sich die vielen Fragen offenbar lockerer beantworten.“ Bevor er ebendiese Termine allerdings wahrnehmen konnte, bedurfte es der Verschiebung seines Fluges nach Neuseeland um 48 Stunden. Nach seinem überraschenden Triumph beim Saisonhöhepunkt der Schwinger im vergangenen September war es aufgrund der grossen Nachfrage nicht mehr möglich, wie geplant bereits einen Tag später ins über 18‘000 Kilometer entfernte Neuseeland zu fliegen.
Neuseeland: In Daniel Böschs Leben hat der über 12 Zeitzonen von der Schweiz entfernte Inselstaat im Südpazifik eine ganz spezielle Bedeutung. „Nach meiner Lehrzeit bin ich erstmals alleine ins Ausland gegangen. Es war für mich eine spezielle Erfahrung. Weg von der Familie, der englischen Sprache kaum mächtig, eine neue Kultur.“ Schnell fand der 24-Jährige Anschluss an die Gepflogenheiten der „Kiwis“. Besonders der Nationalsport der Neuseeländer hat ihn von Anfang an fasziniert. „Rugby ist dank des Körpereinsatzes ein Sport, der mir behagt. Im Gegensatz zu anderen Sportarten werden Entscheide akzeptiert, obwohl man vielleicht anderer Meinung ist. Da ziehe ich eine grosse Parallele zum Schwingsport.“

Auch auf dem Grossbetrieb, wo Bösch mithalf, kam er mit dem Mannschaftssport in Kontakt. Mit einem breiten Grinsen erzählt er: „Wir Arbeitskollegen traten in den Pausen oder in der Freizeit oft gegeneinander an.“ Sofort gerät Daniel Bösch ins Schwärmen. Seine Ausführungen zu Land und Leuten unterbricht er höchstens durch sein lautes Lachen. Ein Lachen, das absolut ansteckend ist.

Seine zweite Reise nach Neuseeland hatte der im sanktgallischen Kirchberg aufgewachsene Sennenschwinger schon längere Zeit eingeplant. Dass er ausgerechnet zu einer Zeit nach Ozeanien reiste, in der er rein theoretisch und dann auch tatsächlich den Verpflichtungen eines Unspunnen-Siegers nachzukommen hatte, kannte eine Ursache: In Neuseeland fanden zur selben Zeit die Weltmeisterschaften im Rugby statt! Zusammen mit seinen Reisebegleitern lag gar ein Besuch eines Spiels der „All Blacks“ drin. „Die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft hat diesen Übernamen aufgrund ihrer schwarzen Dresses“, erklärt er. Den „All Blacks“ gelang es zur Freude des Toggenburgers gar, zum zweiten Mal nach 1987 die Weltmeisterschaften für sich zu entscheiden. Bei soviel Rugby-Begeisterung und Sympathie für das neuseeländische Team stellt sich natürlich die Frage, ob er den berühmten Haka-Tanz, den die Kiwis jeweils vor einem Spiel aufführen, auch beherrscht. Bösch lacht. Und gibt dann zu: „Nein, den kann ich wirklich nicht. Der Tanz hat auch eine sehr grosse Tradition.“ (Fortsetzung folgt)

Die Serie Schwingerwoche mit Daniel Bösch wird am Dienstag, 23. Oktober, mit Teil 2 fortgesetzt. 

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